MdB Herzog fordert gemeinsam mit Kfz-Landesverband die Nachrüstung von Abstandswarnern bei Lkw

[21.10.2020] Gemeinsam fordern der Bundestagsabgeordnete und Verkehrspolitiker Gustav Herzog (SPD) und der Kfz-Landesverband Rheinland-Pfalz die Nachrüstpflicht von Lkw mit Abstandswarnern. So könnten einige, nicht selten tödlich verlaufende Auffahrunfälle von Lkw verhindert werden.

Abstandswarner melden dem Lkw-Fahrer mit einem akustischen Signal, wenn die Distanz zum Vorausfahrenden gefährlich gering wird. Der Fahrer hat dann noch ausreichend Zeit, um den Lastwagen zum Stillstand zu bringen. Derzeit sind Abstandswarner und sogar Notbremsassistenzsysteme, welche die Bremsung automatisch auslösen, bei neuen Lkw zwar seit 2016 vorgeschrieben. Für den Großteil der in Deutschland zugelassenen Lkw gilt dies allerdings nicht, weil ihr Baujahr vor 2016 liegt. Herzog und Kfz-Landesverband fordern deshalb zumindest die Nachrüstpflicht von Abstandswarnern bei Lkw.

Gustav Herzog erklärt, dass Notbremsassistenzsysteme zwar das wirksamste System für die Lkw-Sicherheit seien, diese aber nicht in ältere Lkw eingebaut werden könnten. „Wird ein Lkw damit nachgerüstet, ist ein ganz neues Typengenehmigungsverfahren notwendig. Der Eingriff in die bestehende Technik ist zu tief“, sagt der Bundestagsabgeordnete. Der Einbau eines Abstandsensors sei hingegen relativ kostengünstig möglich und erhöhe zumindest schon mal die Sicherheit.

Kfz-Landesverbandspräsident Hans Werner Norren, selbst einmal Augenzeuge eines schweren Lkw-Auffahrunfalls, unterstützt die Forderung des Verkehrspolitikers. „Ich habe einmal gesehen, wie eine gesamte Familie ausgelöscht wurde, weil ihr Auto auf der A61 unter einen Lkw geschoben wurde. Der hintere Lastwagen hatte das Stauende übersehen. Solche Bilder vergisst man nicht. Was immer getan werden kann, um solche Unfälle zu verhindern, sollte auch getan werden.“

Herzog und Norren forderten den Bundesverkehrsminister deshalb dazu auf, die Straßenverkehrsordnung so zu ändern, dass alle in Deutschland zugelassenen Lkw mit Abstandswarnern nachgerüstet werden. Beide stimmten darin überein, dass eine europäische oder gar weltweite Vorschrift noch wünschenswerter sei, ein erster Schritt auf deutscher Ebene könne die Sicherheit aber bereits beträchtlich erhöhen.

Nach Angaben eines Zulieferers kostet die Nachrüstung von Abstandswarnern bei einem Lkw um die 1000 Euro. „Das ist eine geringe Summe für den Zugewinn an Sicherheit, der mit ihr einhergeht“, so MdB Gustav Herzog. Dabei sei eine Förderung EU-rechtlich zu prüfen. Und Hans Werner Norren ergänzt: „Trotzdem sollte auch zeitnah eine europäische Pflicht eingeführt werden, um die Wettbewerbsnachteile für deutsche Speditionen möglichst gering zu halten. Außerdem macht es für die Unfallopfer keinen Unterschied, ob ihnen ein deutscher oder ein osteuropäischer Lkw hintendrauf fährt.“

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Letzte Änderung: 21.10.2020Webcode: 0131770