Kfz-Gewerbe Rheinland-Pfalz: 2017 war hartes Jahr, 2018 wird noch härter

[12.03.2018] Der Kfz-Landesverband Rheinland-Pfalz sieht durch die Diesel-Krise  existenzielle Probleme auf viele Autohäuser in Rheinland-Pfalz zukommen und fordert deshalb eine schnelle Hardware-Nachrüstung für ältere Diesel-Pkw. Das Jahr 2018 werde noch härter für das rheinland-pfälzische Kfz-Gewerbe, als das Jahr 2017 ohnehin schon gewesen ist, sagte Landesverbandspräsident Hans Werner Norren auf der Jahrespressekonferenz des Verbands. Die Diesel-Krise habe im vergangenen Jahr die ohnehin schon geringe Umsatzrendite von 1,7 Prozent im Jahr 2016 auf einen Wert zwischen 1,3 und 1,6 fallen lassen.

Aufgrund drohender Fahrverbote sind viele Diesel-Pkw mit der Schadstoffklasse „Euro V“ laut Landesverbandspräsident Hans Werner Norren zurzeit so gut wie unverkäuflich, obwohl sie zum Teil gerade einmal zwei bis drei Jahre alt sind. „Diese Fahrzeuge stehen wie Blei auf unseren Höfen“, sagte er. Mit den Diesel-Leasingrückläufern kommt jetzt ein besonderes Problem auf die Händler zu. „Wenn jetzt in den nächsten anderthalb Jahren durch das Auslaufen von Leasingverträgen weitere Euro-V-Diesel auf die Höfe kommen, droht – um im Bild zu bleiben – eine Bleivergiftung. Viele Händler sind dadurch existenziell gefährdet.“ Zurzeit stehen schon etwa 15.000 dieser Euro-V-Diesel mit einem Wert von mindestens 225 Millionen Euro auf den Lagerflächen der rheinland-pfälzischen Autohäuser. Das Problem: Bei vielen Leasingfahrzeugen trägt der Händler das Restwertrisiko. Er hat dem Kunden vor zwei bis drei Jahren einen Rückkaufwert zugesichert, den der Händler nun zu bezahlen hat, obwohl er selbst diesen Wert durch Weiterverkauf überhaupt nicht mehr einnehmen kann. Der Kfz-Landesverband sieht deshalb harte Zeiten auf die Kfz-Betriebe zukommen.

Umso wichtiger sei es nun, dass die Diesel-Hardwarenachrüstung zügig umgesetzt werde. „Die Politik ist gefordert, schnell eine Nachrüstrichtlinie zu verabschieden, damit die Technik flächendeckend eingebaut werden kann. Außerdem muss sichergestellt sein, dass nachgerüstete Fahrzeuge von möglichen Fahrverboten ausgenommen sind. Nur so sind die Werte dieser Euro-V-Fahrzeuge noch zu retten“, sagte Hans Werner Norren.

Umsatz 2017

Schon das Jahr 2017 war von der Diesel-Krise geprägt. So konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 0,3 Prozent gesteigert werden – und das, obwohl der Preis für Neuwagen aufgrund der anhaltenden Nachfrage für SUV auf durchschnittlich 30.350 Euro gestiegen ist, wobei sich die Pkw-Neuzulassungen auf dem Niveau von 2016 einpendelten (131.505, ein Plus von nicht einmal 200 Fahrzeugen). Der Grund für das geringe Umsatzplus ist aber im Gebrauchtwagengeschäft zu finden: Hier war ein Minus von 0,7 Prozent auf 403.758 Besitzumschreibungen zu verzeichnen. Das Werkstattgeschäft verharrte ebenfalls in etwa auf dem Niveau von 2016. Am Ende steht ein Jahresumsatz in den rheinland-pfälzischen Autohäusern und Kfz-Werkstätten von 7,7 Milliarden Euro.

Viel entscheidender aber: Die Umsatzrendite, von der die Unternehmen letzten Endes leben müssen, fiel auf einen Wert zwischen 1,3 und 1,6 Prozent. Hans Werner Norren: „Das ist viel zu wenig, schon gar für große Rücklagen, und bietet daher keine guten Aussichten für das Jahr 2018. Selbst wenn das Geschäft an sich gut laufen sollte, werden die Diesel-Leasingrückläufer einige Händler in existenzielle Bedrängnis bringen.“

Im Kfz-Gewerbe Rheinland-Pfalz e.V. sind die 15 Kfz-Innungen in Rheinland-Pfalz organisiert, die insgesamt etwa 1800 Kfz-Betriebe vertreten, die als Innungsmitglied das blau-weiße Meisterschild führen dürfen.

Pressekontakt

Letzte Änderung: 13.03.2018Webcode: 0118653