Kfz-Gewerbe Rheinland-Pfalz: „Kfz-Unternehmer brauchen Mut zu neuen Geschäftsideen“

Hans Werner Norren, Präsident des Kfz-Landesverbands Rheinland-Pfalz, rief die Kfz-Unternehmer auf dem Verbandstag des rheinland-pfälzischen Kfz-Gewerbes in Frankenthal dazu auf, im Zeitalter der Digitalisierung auf den Faktor Mensch zu setzen. „Das persönliche Gespräch mit dem Kunden, die freundliche hilfsbereite Begegnung schaffen mehr Kundenbindung als es digitale Kommunikation je vermag“, sagte Norren. „Wir müssen die Kunden noch stärker an uns binden und uns als persönliche Problemlöser positionieren. Und wir Kfz-Unternehmer brauchen den Mut zu neuen Geschäftsideen“, so Norren auf der Veranstaltung unter dem Titel: „Nach der Revolution: Wie sehen Kfz-Handel und Service von morgen aus?“

Neue Dienstleistungen

Autoexperte Prof. Dr. Stefan Bratzel machte den Kfz-Betrieben Mut für den Umgang mit der digitalen und elektrischen Revolution in der Automobilbranche. „Wenn Sie experimentieren und ein Gefühl für die Entwicklung bekommen, werden Ihnen Geschäftsmodelle in den Sinn kommen, an die heute noch niemand denkt“, sagte der Direktor des Center of Automotive Management im CongressForum Frankenthal. Das Autohaus werde auch in Zukunft noch einen Platz in der Wertschöpfungskette haben, sagte Bratzel. Die Frage sei aber, welchen Stellenwert der reine Autoverkauf noch einnehme. „Einen Großteil des Verkaufs werden Hersteller wohl mehr und mehr selbst abwickeln“, prognostizierte Bratzel, der Service werde deshalb zunehmend wichtiger. Und Service bedeute nicht nur Wartung von Fahrzeugen. Das Flottenmanagement solle beispielsweise in den Fokus rücken, aber auch Komplettpakete bei der Elektromobilität – von der Auslieferung des Fahrzeugs bis zur Installation der Lade-Box beim Kunden zuhause.

Digitale, untereinander vernetzte Geräte werden noch stärker als bisher Einzug in die Werkstatt halten, berichtete Thomas Koch, Vertriebsleiter Europa Mitte im Geschäftsbereich Automotive Aftermarket bei Bosch. Er führte weiter aus: „Nicht jede Werkstatt wird das notwendige Wissen für jedes Fahrzeugmodell ad hoc bereithalten können. In Zukunft wird die Digitalisierung da aber auch helfen.“ Als Beispiel nannte er „Remote Diagnostics“, bei der sich Spezialisten von außerhalb auf den Werkstatttester schalten und die Fehlerdiagnose unterstützen, und die „augmented reality“ via Datenbrillen, bei der in der Brille die nächsten Schritte zur Fehlerbehebung angezeigt werden.

Im Kfz-Gewerbe Rheinland-Pfalz e.V. sind die 15 Kfz-Innungen in Rheinland-Pfalz organisiert, die insgesamt etwa 1800 Kfz-Betriebe vertreten, die als Innungsmitglied das blau-weiße Meisterschild führen dürfen.

Hans Werner Norren, Präsident des Kfz-Landesverbands Rheinland-Pfalz
Interessierte Zuhörer im Saal
Thomas Koch, Bosch
Prof. Dr. Stefan Bratzel
Die Schlussdiskussion moderierte Jens Bleutge, Geschäftsführer des Kfz-Landesverbands
 
Letzte Änderung: 20.11.2017Webcode: 0116980