Vom Autohaus zum Energie-Hub: ZDK und CUBOS zeigen neue Geschäftsfelder der Elektromobiliät
Berlin/Wolfsburg, 1. Oktober 2026. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) sieht in der Elektromobilität die Chance, Autohäuser und Kfz-Betriebe vom Energieverbraucher zum Energie-Hub zu entwickeln. Wer Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Speicher und Elektrofahrzeuge intelligent verknüpft, kann Energiekosten senken, die eigene Energieversorgung optimieren und neue Geschäftsfelder erschließen.
Wie das konkret aussehen kann, zeigt der ZDK beim heutigen „Tag der Elektromobilität – Energie. Batterie. Zukunft.“ in Wolfsburg. Gemeinsam mit dem Energiedienstleister CUBOS präsentiert der ZDK Lösungen, mit denen Kfz-Betriebe selbst erzeugten Strom nutzen und speichern, Lastspitzen reduzieren und ihre Energieversorgung effizient steuern können. Auf dem Programm stehen Workshops zu Energiemanagement, bidirektionalem Laden, Batteriediagnostik und THG-Quoten sowie Führungen durch den CUBOS-Standort.
„Elektromobilität eröffnet Autohäusern und Kfz-Betrieben neue Geschäftsfelder – vom Laden bis zur Energieversorgung. Wer Flächen, Ladeinfrastruktur und Energieanlagen intelligent verknüpft, kann Kosten senken und neue Geschäftsfelder erschließen. So wird der Betrieb vom Energieverbraucher zum Energie-Hub“, erklärt Marcus Weller, Leiter der Abteilung Wirtschaft beim ZDK.
Ausgerichtet wir der Tag der E-Mobilität am Standort von CUBOS in Wolfsburg. Das Unternehmen bietet integrierte Ladeinfrastruktur- und Energielösungen für Unternehmen. Mit über 16.000 Ladepunkten zählt CUBOS zu den führenden Charge Point Operators (CPOs) in Deutschland.
„Wir freuen uns, alle Gäste und Interessierten bei uns in Wolfsburg begrüßen zu dürfen. Hier bauen wir unsere Ladepunkte, und hier zeigen wir, wie ein Autohaus vom Stromverbraucher zum aktiven Teilnehmer am Energiemarkt wird. Ein Ladepunkt allein ist für ein Autohaus erst einmal ein teurer Stromzähler. Wer aber Erzeugung, Speicher, Software und Ladepunkt in einer Hand zusammenbringt, schöpft mehr Wert aus der Ladeinfrastruktur“, sagt Christian Rühe, Chief Technology Officer von CUBOS. „So wird Strom im Betrieb spürbar günstiger, teure Lastspitzen lassen sich vermeiden und es entstehen neue Erlösquellen.“
Vom Energieverbraucher zum Energie-Hub
Viele Autohäuser verfügen bereits über Photovoltaikanlagen und Ladeinfrastruktur. Der nächste Schritt ist, diese Systeme intelligent zusammenzuführen: Selbst erzeugter Strom kann direkt genutzt oder gespeichert und bedarfsgerecht eingesetzt werden. Mit bidirektionalem Laden können Elektrofahrzeuge künftig zusätzlich als mobile Speicher dienen – etwa zur Versorgung des eigenen Betriebs („Vehicle to Building“) oder perspektivisch zur Einspeisung ins öffentliche Netz („Vehicle to Grid“).
Das Potenzial ist erheblich: Nach Einschätzung der RWTH Aachen verfügen die rund 2,2 Millionen batterieelektrischen Fahrzeuge in Deutschland bereits heute über eine mobile Speicherkapazität von rund 142 Gigawattstunden (GWh). Die Kapazität stationärer Batteriespeicher liegt dagegen bei rund 33 GWh. Mit dem weiteren Hochlauf der Elektromobilität wird die mobile Speicherkapazität weiterwachsen.
„Wir haben in Deutschland bereits heute eine enorme Speicherkapazität auf vier Rädern. Für unsere Betriebe stellt sich deshalb die Frage, wie sie dieses Potenzial wirtschaftlich nutzen können“, so Weller. „Fahrzeuge, Flächen, Kundenkontakte und Ladeinfrastruktur sind dafür wichtige Voraussetzungen. Daraus können neue Geschäftsmodelle entstehen.“
CUBOS verfügt über langjährige Expertise im bidirektionalen Laden und gehört zu den Vorreitern in Deutschland, unter anderem durch die Zusammenarbeit mit der Volkswagen-Tochter Elli.
„In Autohäusern stehen immer mehr Elektrofahrzeuge, und damit steigt auch der Bedarf an Ladeinfrastruktur. Mit bidirektionalem Laden können die Fahrzeugbatterien künftig nicht nur laden, sondern auch Strom zwischenspeichern, den eigenen Betrieb versorgen und sogar zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen“, so Rühe.
Konkrete Lösungen für die betriebliche Praxis
Der „Tag der Elektromobilität 2026“ zeigt anhand konkreter Anwendungen, wie Kfz-Betriebe erneuerbaren Strom speichern, Lastspitzen reduzieren, Energiekosten senken und ihre Eigenversorgung stärken können. Im Mittelpunkt steht damit nicht allein das Elektroauto, sondern das gesamte Energie-Ökosystem rund um den Kfz-Betrieb.
Mit der Veranstaltung gibt der ZDK seinen Mitgliedsbetrieben konkrete Impulse für die betriebliche Praxis. Denn mit dem wachsenden Bestand an Elektrofahrzeugen entstehen nicht nur neue Anforderungen, sondern auch neue Möglichkeiten, vorhandene Infrastruktur wirtschaftlicher zu nutzen und zusätzliche Geschäftsfelder zu erschließen.